Der Traum, der Erwachte
Lange Zeit war Vaalbará nur Musik.
Die Meere folgten ihrem tiefen Takt, die Wälder wuchsen im geduldigen Rhythmus der Erde, die Sterne leuchteten still über der Notenlinie des Himmels, und der Mond wachte über die Träume, die noch keinen Namen hatten.
Alles war da.
Doch nichts sehnte sich noch.
Bis die Welt eines Nachts zum ersten Mal träumte.
Es war kein Traum wie jene, die später kommen sollten. Er hatte weder klare Bilder noch Worte noch ein Gesicht. Er war kaum mehr als ein Sehnen. Ein kleines Beben im neugeborenen Herzen von Vaalbará. Der Wunsch, mehr zu sein als Schönheit. Zu fühlen. Sich zu erinnern. Zu lieben.
Und jener Wunsch war so rein, so unermesslich, dass die Partitur erbebte.
Die Gezeiten hoben sich ohne Wind. Die Bäume neigten ihre Zweige zum Himmel. Die Sterne blinkten alle zugleich, als hätte jemand ein altes Geheimnis ausgesprochen.
Da begriff Vaalbará seine erste Wahrheit: Alles, was mit genug Kraft geträumt wird, gehört nicht länger allein der Seele. Es beginnt der Welt zu gehören.
